Wenn man sich eine Weile lang in einer fremden Kultur aufhaelt, wird zwangsweise mit vielen kulturellen Unterschieden konfrontiert, auf die man in unterschiedlicher Art und Weise reagiert: man gewoehnt sich einfach an vieles und akzeptiert es oder findet auch Gefallen daran, man lehnt es in irgendeiner Art und Weise zwar ab, aber lernt, damit umzugehen oder man respektiert einfach manche Dinge, da man sich freiwillig zum Gast dieser Kultur gemacht hat. Wie auch immer, das meiste wird relativ schnell zum Alltag, damit natuerlich und man denkt einfach nicht mehr darueber nach. Aber es gibt ein paar Dinge, ueber die man sich jeden Tag aufs Neue wundern kann und die man wohl nie so ganz verstehen wird. Ein Beispiel dafuer ist die Buero-Kultur hier. Ich sitze grad in einem Buero des International Relation Office, das, wie der Name schon sagt, fuer internationale Beziehungen der Universitaet zustaendig ist. Normalerweise bin ich hier nur Gast, da ich hier ein paar Leute ganz gut kenne, aber heute bin ich hier zum Arbeiten, da mein Buero geschlossen ist. Mein Buero? Nicht ganz, vielmehr ist die komplette Library, in der sich auch mein Buero befindet, am Vormittag geschlossen, weil ein Mitarbeiter der Library heute Hochzeit feiert. Ja richtig, Hochzeitsfeier am Dientag Vormittag und, viel besser, die komplette Library wird dafuer fuer einen Vormittag geschlossen. Gut, ich hab ja ein Buero gefunden, wo ich arbeiten kann.
Erinnern wir uns kurz an ein Buero bei uns: hektische Betriebsamkeit, relative Stille, die nur durch den Laerm der Produktivitaet gestoert wird allgemeine Serioesitaet.
So, damit zurueck zur Situation, in der ich mich gerade befinde: ausser mir sind vier Mitarbeiter und zwei Lautsprecher im Raum. Zwei Leute, Frauen, sind vertieft in ihre Arbeit, schreiben am Computer, lesen Berichte, telefonieren, ja, sie arbeiten. Mitarbeiter Nummer drei bedient den Computer, an dem die Lautsprecher angeschlossen sind. Nachdem gerade "Your my heart, your my soul" von Modern Talking lief, kommt jetzt "Shalala" von den Venga Boys. Zufrieden wippt er in seinem Buerostuhl hin und her und grinst zufrieden und klatscht zum Refrain. "Shalalalala, klatsch klatsch klatsch, schalala in the morning." Dann kommt Mitarbeiter Nummer vier, amuesanterweise der Vice Director des Offices, und fordert mich auf, mit ihm zu tanzen. Dass ich ablehne, haelt ihn aber nicht davon ab, den Ass-Dance im Buero hoch und runter zu tanzen. "Klatsch klatsch klatsch" funktioniert offensichtlich auch ganz gut auf seinem Hintern. So, nach all der Anstrengung freuen sich doch alle, dass jetzt erstmal Mittagspause ist...
Auch wenn ich mich wiederhole: vieles ist anders hier und das meiste davon auch wirklich sehr witzig.
Letze Woche hab ich mich entschieden, einen weiteren elementaren Bestandteil der vietnamesischen Kultur auszuprobieren und hab mir hier ein Motorrad gekauft. Ist mit 110 ccm etwas kleiner als das, was man in Deutschland ein "Motorrad" nennen wuerde, aber ist hier das, was ca. 99% der Leute fahren. Gebraucht hat es mich schlappe 4,6 Millionen gekostet, aber zum Glueck ist der Umrechungskurs 1 zu 20000, so dass es am Ende doch ganz guenstig war.
Ja, ansonsten war die letzte Zeit sehr gepraegt von heimatlichen Glueckgefuehlen in Form von westlichem Essen. Ein paar Ausfluege haben uns doch oefters die Moeglichkeit gegeben, Dinge zu essen, die man hier vermisst: Pizza, Hamburger, ordentliches Fruehstueck mit gutem Kaffee, Kentucky Fried Chicken (die einzige westliche Fast-Food-Kette in Vietnam) und Wiener Schnitzel! Und mit Krombacher und Schneider's Weisse gabs in Saigon sogar nicht nur importiertes echtes deutsches Bier, sondern sogar mal ein Heffe und obendrein noch Jaegermeister! Fast wie zu Hause also...

Erinnern wir uns kurz an ein Buero bei uns: hektische Betriebsamkeit, relative Stille, die nur durch den Laerm der Produktivitaet gestoert wird allgemeine Serioesitaet.
So, damit zurueck zur Situation, in der ich mich gerade befinde: ausser mir sind vier Mitarbeiter und zwei Lautsprecher im Raum. Zwei Leute, Frauen, sind vertieft in ihre Arbeit, schreiben am Computer, lesen Berichte, telefonieren, ja, sie arbeiten. Mitarbeiter Nummer drei bedient den Computer, an dem die Lautsprecher angeschlossen sind. Nachdem gerade "Your my heart, your my soul" von Modern Talking lief, kommt jetzt "Shalala" von den Venga Boys. Zufrieden wippt er in seinem Buerostuhl hin und her und grinst zufrieden und klatscht zum Refrain. "Shalalalala, klatsch klatsch klatsch, schalala in the morning." Dann kommt Mitarbeiter Nummer vier, amuesanterweise der Vice Director des Offices, und fordert mich auf, mit ihm zu tanzen. Dass ich ablehne, haelt ihn aber nicht davon ab, den Ass-Dance im Buero hoch und runter zu tanzen. "Klatsch klatsch klatsch" funktioniert offensichtlich auch ganz gut auf seinem Hintern. So, nach all der Anstrengung freuen sich doch alle, dass jetzt erstmal Mittagspause ist...
Auch wenn ich mich wiederhole: vieles ist anders hier und das meiste davon auch wirklich sehr witzig.
Letze Woche hab ich mich entschieden, einen weiteren elementaren Bestandteil der vietnamesischen Kultur auszuprobieren und hab mir hier ein Motorrad gekauft. Ist mit 110 ccm etwas kleiner als das, was man in Deutschland ein "Motorrad" nennen wuerde, aber ist hier das, was ca. 99% der Leute fahren. Gebraucht hat es mich schlappe 4,6 Millionen gekostet, aber zum Glueck ist der Umrechungskurs 1 zu 20000, so dass es am Ende doch ganz guenstig war.
Ja, ansonsten war die letzte Zeit sehr gepraegt von heimatlichen Glueckgefuehlen in Form von westlichem Essen. Ein paar Ausfluege haben uns doch oefters die Moeglichkeit gegeben, Dinge zu essen, die man hier vermisst: Pizza, Hamburger, ordentliches Fruehstueck mit gutem Kaffee, Kentucky Fried Chicken (die einzige westliche Fast-Food-Kette in Vietnam) und Wiener Schnitzel! Und mit Krombacher und Schneider's Weisse gabs in Saigon sogar nicht nur importiertes echtes deutsches Bier, sondern sogar mal ein Heffe und obendrein noch Jaegermeister! Fast wie zu Hause also...

Und das hier ist die Zulassung auf meinen vietnamesischen Namen



